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Kapitel VI

Das Volk hungert

Angesichts all dessen, was sich in Deutschland ereignet hat, ist es kaum ein Wunder, daß die Menschen überwältigt sind von dem extremen Mangel an grundsätzlichen Notwendigkeiten, insbesondere von Nahrungsmitteln.

Monate, nachdem der Krieg zu Ende war und die Eroberer vollständige Kontrolle über die deutsche Regierung übernommen hatten und darum für das deutsche Volk und seine Zukunft verantwortlich waren, sagte der Bischof von Chichester, indem er einen bekannten deutschen Pastor zitierte:

Tausende von Leichen hängen in den Bäumen in den Wäldern rund um Berlin und niemand kümmert sich darum, sie abzuschneiden.....Tausende von Leichen werden von der Oder und Elbe in die See geschwemmt - man nimmt es nicht mehr länger wahr. Tausende um Tausende verhungern auf den Straßen.... Kinder wandern allein auf den Autobahnen herum, ihre Eltern erschossen, tot, verschwunden.[1]

Ein Telegramm an die New York Times vom April 1946 sagt:

Wie Rußlands halbwilde Vagabunden nach dem I. Weltkrieg, ist Deutschlands Jugend unterwegs....weil es zu Hause nicht genug zu essen gibt. Heimatlos, ohne Papiere oder Lebensmittelmarken....berauben diese Gruppen Deutsche und Zwangsvertriebene. Sie wandern ziellos, desillusioniert, ausschweifend, krank und ohne Führung herum.[2]

Trotz der Bedingungen, kämpfen die Deutschen tapfer um ihre Existenz. Nach einer fünfwöchigen Tour durch Europa, einschließlich Deutschland, erzählte Malcolm Muir, Verleger der Business Week dem Union Leage Club von Chikago:

Die Deutschen versuchen auf jede Weise, sich selbst zu helfen.....Es ist nichts besonderes, eine Milchkuh vor einen Pflug gespannt, eine Frau die Kuh führen und einen kleinen Jungen den Pflug lenken zu sehen.[3]

Was an Erntemaschinen übrig geblieben ist, ist meist klein, alt und abgenutzt, oft unbrauchbar, weil Teile fehlen. Die Zugarbeit wird von Tieren oder Männern geleistet. Wo immer möglich, werden Ochsen benutzt, und es ist üblich, ein Pferd und eine Kuh zusammenzuspannen. Es ist nichts besonderes, einen mit Stroh beladenen Wagen sich auf der Straße vorwärts bewegen zu sehen mit einem oder zwei alten Männern, die ziehen und einer Schar Frauen und Kinder, die schieben. Ein Beobachter schreibt:

Das Elend der Deutschen wird durch Szenen auf den Stoppelfeldern verkörpert, die von den Besitzern vollständig nachgelesen werden. Man kann alte und junge Dorfbewohner, Frauen und Kinder sehen, die ein Korn nach dem anderen auflesen, um es in einem Sack von der Größe einer Einkaufstasche einer Hausfrau nach Hause zu tragen. [4]

Die Ernteerträge haben sich durch die fünfjährige Düngungsunterbrechung, die noch anhält, und die zuvor erwähnte Tatsache, daß der Boden zum größten Teil bereits seit 1.000 bis 2.000 Jahren bearbeitet worden ist, verringert.

Nahrungsmittel-Reserven, die am Ende des Krieges reichlich vorhanden waren, waren schnell erschöpft, teilweise dank der absichtlichen Zerstörung einfallender Armeen und, im Fall der Russen und Franzosen, der Besatzungsarmeen, die vom Lande lebten. Als wir in die Normandie eindrangen, waren wir von den großen Nahrungsmittellagern, die wir vorfanden, überrascht. Es war überall das gleiche. Obwohl seine Feststellung in scharfem Gegensatz zu der derzeitigen Propaganda stand, die Europa verhungern sah, hatte Prof. Theodore Shultz von der Universität von Chikago im November 1943 gesagt, daß das kontinentale Europa in dem Jahr eine gute Ernte hatte, daß es mit "bäuerlichen Produkten trotz des Krieges so gut stehe, daß Europa 90 bis 95 Prozent seiner benötigten Nahrungsmittel ein Jahr nach der Friedenserklärung decken könne."[5] Obwohl die Verteilung am Ende des Krieges unterbrochen war, war die Gesamtmenge in den Nahrungsmittellagern groß. Jedoch unter alliierter Leitung waren sie schnell geleert.

Die Situation, verschlechtert durch den Verlust des östlichen "Brotkorbes" und die große Zahl Zwangsvertriebener und Evakuierter aus dem Osten, wurde kritisch und dann katastrophal.

Sechs Monate lang lehnte es unsere Militärregierung ab, die verschwindenden deutschen Vorräte von außen aufzubessern; die schrecklichen Konsequenzen dieser Politik gingen jedoch schließlich in einem solchen Masse unter die dicke Haut der Besatzungsbeamten, daß sie im Dezember die U.S.-Regierung ersuchten, genügend Nahrungsmittel zu senden, um ein allgemeines Verhungern abzuwenden. Schließlich wurde Erleichterung versprochen, und, nach vielen herzzerbrechenden Verzögerungen, kamen ein paar Tropfen an.

Die Intensität der Hungersnot, die Deutschland durchlebt, kann ermessen werden durch einen Vergleich der deutschen Ernährung mit der unseren und mit dem, was, wie Experimente gezeigt haben, das Minimum zur Lebenserhaltung sein muß.

Eine durchschnittliche Scheibe Brot hat ca. 200 Kalorien. Die durchschnittliche amerikanische Nahrung ist 3.000 Kalorien pro Person pro Tag. Um Gewicht und Gesundheit aufrechtzuerhalten, braucht ein Holzfäller 7.600 Kalorien, eine aktive Frau wenigstens 3.000.[6] Herbert Hoover, berühmt für seine Arbeit bei der Linderung von Hungersnot, sagt, daß 2.200 Kalorien "ein Minimum für eine Nation von gesunden Menschen ist."[7]

Verschiedene Studien wurden angestellt, um die Auswirkungen von Unterernährung und die Grenzen zum Verhungern festzustellen. Die Universität von Minnesota führte während des Krieges einen Test durch, bei dem eine Gruppe von Kriegsdienstverweigerern sich zur Verfügung stellte und freiwillig mehrere Monate lang von einer täglichen Ernährung von 1.650 Kalorien lebte. Innerhalb von sechs Monaten verlor jeder ein Viertel seines Gewichts und erlebte Ohnmachtsanfälle, Schwindel und ein Gefühl dauernder Kälte. Ihre Herzen schrumpften, und einige mußten, sogar den ganzen Sommer hindurch, zwei Decken benutzen. Alle verloren dreiviertel ihrer Energie und Arbeitsfähigkeit. "Jeder einzelne fing an, sich in sich selbst zurückzuziehen und soziale Gemeinschaft zu vermeiden.... Das Hauptinteresse im Leben war die nächste Mahlzeit."[8]

Die Medizinische Schule an der Northwestern Universität führte ein ähnliches Experiment mit ähnlichem Ergebnis durch. Eine Ernährung mit 40 Prozent beziehungsweise 25 Prozent des normalen Protein- und Vitamingehalts, hatte Ergebnisse, die, mit den Worten von Dr. Andrew C. Ivy "eine düstere Aussicht für Menschen in Ländern mit beschränkter Ernährung bereithält." Er sagte, daß bei den Patienten während des ersten 1 1/2 Monats wenig Änderung zu sehen war, daß sich jedoch "nach sechs Wochen ein langsamer, fortschreitender Verfall der physischen und geistigen Gesundheit zeigte, der begleitet war von einem Verlust der Ausdauer, Hautverletzungen, Schmerzen in den Beinen und Verlangsamung der geistigen Fähigkeit." Es war schwierig, die Versuchsobjekte wieder in einen normalen Zustand zu versetzen: "Die Wiederherstellungszeit war in keinem Fall weniger als ein Monat."[9]

Als Antwort auf eine Frage über den Gegenstand minimaler Ernährung, sagt der National Research Council (Nationale Forschungsrat):

Die besten Ergebnisse, die dem Ausschuß zur Verfügung stehen, würden darauf hindeuten, daß erwachsene männliche Europäer, wenn ihre Nahrung für die Dauer von sechs Monaten auf 1.400 bis 1.700 reduziert würde, sie: 1) Verringerung der Arbeitskapazität (Ausdauer) bis zu dem Punkt, wo nur noch leichte Arbeit wirkungsvoll und mittelschwere Arbeit durchgeführt werden kann, jedoch schwere Arbeit überhaupt nicht. 2) Verlust der Fähigkeit geistiger Konzentration verbunden mit Apathie, Depression und einem hohen Grad von Reizbarkeit. 3) Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Infektionen und ansteckenden Krankheiten...erleben würden.

Die Fähigkeit einer Bevölkerung, die Produktion von Nahrungsmitteln für die eigene Gemeinschaft zu erhalten oder zu erhöhen, nicht zu reden von anderen Gütern, würde sich verringern. Zweitens würde sich die Hoffnung verringern, annehmbare politische Organisationen in der Gemeinde zu schaffen. Drittens könnte bei einer Bevölkerung, die einer so geringen Belieferung mit Nahrungsmitteln unterworfen wäre, angenommen werden, daß sie Epidemien entwickelt, die sich auf andere Nationen ausbreiten und eine Gefahr für die ganze Welt werden könnten [10]

Diese Fakten zeigen, was hinter den abscheulichen Rationen stand, die der deutschen Bevölkerung von den Eroberern aufgezwungen werden. In der amerikanischen Zone, in der das Niveau dauernd höher als in anderen Zonen war, bewegte sich die Grundration seit dem V-E Day zwischen 1.550 und 1.180 Kalorien pro Person pro Tag. Hier sind die Aufzeichnungen: Vor dem 11. November 1945 - 1.262 Kalorien; von dem Tage bis durch den folgenden März - 1.550 Kalorien; vom 1. April 1946 - zumeist bis zum folgenden Mai - 1.275 Kalorien; von da an bis durch den Sommer 1.180 Kalorien. Im August 1946 wurde sie auf 1.350 Kalorien angehoben, und im Herbst wurde sie wieder auf 1.550 Kalorien festgesetzt, wo sie den Winter 1946-1947 hindurch bleiben sollte.

Als er die europäische Situation allgemein kommentierte, nannte Herbert Hoover im April 1946 das Niveau von 1.550 Kalorien eine "erbarmungslose und gefährliche Basis" und sagte: "Wir nehmen an, daß auf diesem Niveau die meisten Erwachsenen die kurze Periode von vier Monaten bis zur nächsten Ernte durchstehen können. Die Kinder werden empfänglich für Krankheiten werden. Viele Kinder und Alte werden es nicht schaffen"[11] Es ist nicht schwierig, sich die Konsequenzen vorzustellen, die das Festhalten an der Grundbasis von 1.500 Kalorien seit dem V-E Day oder ihre Verringerung mit sich bringen würde. Wenn auch einige deutsche Arbeiter, wie Bauern und Bergleute, etwas höhere Rationen bekommen, erhält die große Mehrzahl die Grundration, eingeschlossen Hausfrauen und Kinder. Ein Bericht wie der folgende, der von einem Beamten der Ernährungsbranche der Militärregierung erstellt wurde, sollte darum keine Überraschung bereiten.[12]

Die größte Hungerkatastrophe der letzten Jahrhunderte steht uns in Zentraleuropa bevor. Unsere Regierung läßt unsere Militärregierung mit den versprochenen Lebensmittellieferungen im Stich, dabei war das, um was die Generäle Clay, Draper und Hester ersuchten, nur das absolute Minimum für das Überleben der Menschen. Wir werden gezwungen sein, die Rationen von 1.550 weiter auf 1.000 oder weniger Kalorien zu reduzieren

Die wenigen Knospen von Demokratie werden in der Todesagonie der Alten, Frauen und Kinder verdorren.

Die Briten und wir werden in den Aufzeichnungen als diejenigen aufgeführt sein, die die Deutschen verhungern ließen. Die Russen werden auf der Höhe der Hungersnot wesentliche Lager für Nahrungsmittel wieder öffnen, die sie geschlossen haben (300.000 bis 400.000 Tonnen Zucker, große Mengen von Kartoffeln).

Abgesehen von der Unmenschlichkeit, die hierbei im Spiel ist, ist es sagenhaft dumm, eine solche Vorstellung von unglaublichem Schlammassel vor den Augen der Welt zu geben. Alle hartarbeitenden Beamten in den Büros der Nahrungsmittel- und landwirtschaftlichen Branche der Militärregierung schämen sich.

Karl Brandt

Berlin, Deutschland, 18. März 1946.

Folgendes ist einem Bericht entnommen, der von der Deutschen Zentralverwaltung für Gesundheit, einer deutschen Stelle, die von russischen Besatzungsbeamten eingerichtet worden ist, geschrieben wurde:

Die Menschen leiden Hunger. Sie machen nur die unmittelbare Gegenwart für ihre Kondition verantwortlich. Sie haben nicht die Energie, die Verbindungen mit den Ursachen nachzuprüfen. Sie haben sogar Hitler vergessen. Ihre Erinnerung reicht nicht über die unmittelbare Gegenwart hinaus. Wie aus einem inneren psychologische Zwang heraus, verbreitet sich eine Massenhysterie mit tausend verschiedenen Symptomen von Drogenabhängigkeit, Betrunkenheit, Perversitäten, Sadismus, Mord und Infantilismus... Die Situation ist auf dem Wege, durch chronischen Hunger einen allgemeinen psycho-pathologischen Grad zu erreichen. Wir sehen Verwirrungen, wie sie vorher nur von gestrandeten und verhungernden Seeleuten in Lebensrettungsbooten oder verdurstenden Personen, die von Karawanen im Wüstensand vergessen wurden, bekannt waren. Es ist zunehmend unmöglich, in der Masse von Menschen Ansichten zu entdecken. Sie haben nur noch tierische Bedürfnisse.

Die Erklärung für dieses Massenphänomen, diese geistige und seelische Lähmung, ist körperlich. Sie sind bis auf die Knochen ausgezehrt. Ihre Kleidung hängt lose am Körper, die unteren Extremitäten sind wie die Knochen eines Skeletts, ihre Hände zittern wie bei einer Lähmung, die Armmuskeln sind ausgetrocknet und die Haut liegt in Falten und ist ohne Spannung, die Gelenke springen hervor, als ob sie gebrochen seien.

Das Gewicht einer Frau durchschnittlicher Größe und Gewicht, ist unter 110 Pfund gefallen. Oft wiegen Frauen im gebärfähigen Alter nicht mehr als 65 Pfund. Die Anzahl der totgeborenen Kinder erreicht die Anzahl der lebend geborenen, und eine zunehmende Anzahl dieser stirbt innerhalb von ein paar Tagen. Sogar wenn sie bei der Geburt ein normales Gewicht haben, verlieren sie sofort an Gewicht und sterben kurz darauf. Kindersterblichkeit hat die entsetzliche Höhe von 90 Prozent erreicht.[13]

Folgende Depesche aus Wiesbaden, Deutschland, zeichnet das Los auf, das die Kinder befallen hat:

Jene rundlichen, pausbäckigen, deutschen Kinder mit dicken Beinchen, die von Bildern und Geschichten her so gut bekannt waren - erinnern Sie sich noch daran?

Sie sind aus einer anderen Zeit. Man sieht sie jetzt nicht.

Ich saß mit einer Mutter zusammen, und wir sahen ihrer achtjährigen Tochter zu, die mit einer Puppe und einem Puppenwagen spielte, ihre einzigen Spielzeuge. Dann kam sie zum Abendessen - hartes braunes Brot, drei dünne Scheiben gepreßte Wurst, eine Tasse Kaffeeersatz. Ihre Beine waren dünn, die Gelenke sprangen hervor. Ihre Arme hatten kein Fleisch. Ihre Haut straffte sich über den Knochen, die Augen waren dunkel, tiefliegend und müde.

"Sie sieht nicht gesund aus," sagte ich.

"Sechs Jahre Krieg," antwortete die Mutter, in dieser jetzt so üblichen ruhigen, tonlosen Art. "Sie hatte keine Chance. Keines der Kinder hat. Ihre Zähne sind nicht gut. Sie wird sehr leicht krank.

"Sie lacht und spielt - ja; aber sie ist schnell müde. Sie weiß nicht" - und die Augen der Mutter füllten sich mit Tränen - "was es heißt, nicht hungrig zu sein."

"War es so schlimm während des Krieges?" fragte ich.

"Nicht so schlimm wie jetzt," antwortete sie, "aber auch nicht gut. Und jetzt wird mir erzählt, daß die Brotrationen weniger werden. Was sollen wir tun, wir alle?

"Seit sechs Jahren leiden wir. Wir lieben unser Land. Mein Mann wurde getötet - es war sein zweiter Krieg. Mein ältester Sohn ist ein Gefangener irgendwo in Frankreich. Mein anderer Junge verlor ein Bein. Das geschah während des Krieges. Aber jetzt....."

Sie fing an zu weinen. Ich gab dem kleinen Mädchen eine Tafel Schokolade, und sie weinte - aus reiner Freude - als sie sie in Händen hielt. Nun fühlte ich mich selbst auch nicht mehr so gut.... Aber es gibt Ihnen eine Vorstellung"[14]

Nach seiner Rückkehr aus Deutschland, sagte Dr. Lawrence Meyer, Erster Sekretär der Lutherischen Kirche der Missouri Synode, am 13. Januar 1946:

Deutschland ist buchstäblich voll von Kindern. Acht Kinder pro Familie ist nichts besonderes. Millionen dieser Kinder werden sterben, bevor es genug zu essen gibt. In einem Kinderkrankenhaus in Frankfurt, wurden 25 von 100 Kindern ausgesucht, die ernährt und am Leben gehalten werden. Es ist besser, 25 genug zu essen zu geben und sie am Leben zu erhalten und 75 sterben zu lassen, als 100 für kurze Zeit zu ernähren und sie dann alle verhungern zu lassen.[15]

Dorothy Thompson berichtete:

Im August 1945 waren von 2.866 in Berlin geborenen Kindern, 1.148 tot, und es war Sommer und die Ernährung besser als jetzt .... Aus Wien berichtet eine zuverlässige Quelle, daß.... die Kindersterblichkeit sich 100 Prozent nähert.[16]

Edd Johnson von P. M. schrieb am 3. Oktober 1945 aus Berlin:

Die Kindersterblichkeitsrate ist heute 16 mal größer als im Jahre 1943....Es wird eine eindeutige Eliminierung einer ganzen Altersgruppe stattfinden. Die meisten Kinder unter 10 und Menschen über 60 können den kommenden Winter nicht überleben.[17]

Eine Depesche der United States Press aus Berlin vom 8. Februar 1946 lautet:

Offizielle Ankündigung, daß zwei deutsche Frauen ermordet wurden und ihr Fleisch auf einem schwarzen Markt für Nahrungsmittel verkauft wurde, erweckte heute Angst, daß organisierte Gangs von Metzgern, die Menschen schlachten, hier am Werk sind. Sprecher für die Untersuchungsabteilung der deutschen Polizei sagten, daß nur zwei Fälle von Mord-für-Fleisch festgestellt wurden, daß es jedoch möglich sei, daß Metzger in größerem Rahmen arbeiteten, ihre Opfer töteten und ihr Fleisch auf den hiesigen Märkten verkauften.[18]

Hal Foust schrieb am 20. Februar 1946 von Berlin: "Deutsche sterben in Massen, nicht so sehr allein durch Verhungern, sondern an Krankheiten, die durch Unterernährung verschlimmert werden."[18]

Eine Depesche der United Press aus Hamburg, Deutschland, vom 22. März 1946, lautet:

33 Arbeiter brachen heute vor Hunger zusammen - die ersten Anzeichen von Verhungern in diesem Gebiet sind offensichtlich - mit sich verstärkender Feindseligkeit unter der Hamburger Arbeiterklasse, und seit vier Tagen fortgesetzte Krawalle wegen Nahrungsmitteln.[20]

Dorothy Thompson schrieb:

Die Kinder in Europa sterben. Sechs Jahre Krieg, unbeschreibliche Zerstörung und die wahnsinnige Politik, die das Auseinanderbrechen noch verstärkt hat, das durch den Zusammenbruch der Naziregierung entstand, haben ihr Werk getan. Deutschland, und mit ihm Europa, versinken im Abgrund.

Die Tatsachen über das, was sich hier als eine Verschwörung der Stille herausgestellt hat, wurden schließlich aufgedeckt.... Dieser Krieg wurde vom Westen im Namen der christlichen Zivilisation gekämpft, der Vier Freiheiten und der Würde des Menschen gegen jene, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit begingen. Politik jedoch, die zwangsläufig dazu führt, daß nach dem Krieg Zehntausende von Kindern vernichtet werden, sind ebenfalls "Verbrechen gegen die Menschlichkeit."[21]

Armeegeneral Dwight D. Eisenhower machte im November 1945 ernstlich darauf aufmerksam, daß, wenn unser militärischer Sieg von weitreichender Bedeutung sein soll, die Vereinigten Staaten und andere Nationen, "den vom Krieg verwüsteten Ländern wieder auf die Füße helfen müssen," und fügte hinzu:

Wenn diese bittere Situation nicht so schrecklich werden soll, daß ich mich fragen muß, ob es wirklich wert war, gegen die Nazis zu den Waffen zu greifen, müssen wir in den Vereinigten Staaten - die im Vergleich zu Europa wirklich das Land der Fülle sind - bereit sein, eine schwere Verantwortung auf uns zu nehmen.[22]

Nachdem die Generäle Joseph T. McNarney und Lucius Clay am 13. April 1946 Herbert Hoover, der den Vorsitz in Präsident Trumans Kommission zur Erforschung der Hungersnot hatte, einen schlimmen Bericht über die Ernährungssituation in Deutschland gegeben hatten, sagten sie in einem förmlichen Darstellung:

Politische Stabilität kann sich nicht unter Bedingungen entwickeln, die politische Teilnahmslosigkeit verursachen. Politische Teilnahmslosigkeit kann nicht in einer Bevölkerung überwunden werden, die ihre ganzen Anstrengungen auf der Suche nach Nahrungsmitteln erschöpft. Politische Stabilität in Deutschland ist eng verbunden mit der politischen Stabilität im übrigen Europa.

Deutsche Transporteinrichtungen werden benötigt, um Hilfsgüter und Exporte durch ganz Europa zu transportieren. Deutsche Arbeiter sind nötig, zur Verfügung stehende Transporteinrichtungen zu bedienen. Deutsche Kohle ist lebenswichtig für Europa. Deutsche Pottasche, Salz, Holz, Ersatzteile und andere Produkte werden in ganz Europa gebraucht.

Die Kohleproduktion an der Ruhr ist seit der letzten Kürzung der Lebensmittel erheblich zurückgegangen. Ohne Nahrungsmittel kann Deutschland keine Kohle produzieren. Ohne Kohle kann Deutschland keinen Dünger herstellen, und wenn es keinen Dünger herstellen kann, kann es die Versorgung mit Nahrungsmitteln nicht verbessern.[23]

Es wird dann darauf hingewiesen, daß die amerikanische Zone, was Ernährung anbetraf, sogar zu normalen Zeiten ein Defizit-Gebiet war, wo in den Jahren 1943-44 an Importen 2.000.000 Tonnen erforderlich waren. Die Darstellung führt aus, daß die deutsche Wirtschaftspumpe Nahrungsmittelimporte an die erste Stelle setzten müsse, weil die amerikanische Zone und andere westliche Gebiete nicht genug produzieren könnten, um das Leben auch nur an der Grenze zur Hungersnot aufrechtzuerhalten

Zehn Monate nach dem V-E Day waren durch die Amerikanische Militärregierung in unsere Zone nur 600.000 Tonnen Nahrungsmittel importiert worden oder ungefähr eine Unze (1/16 Pfund) pro Person pro Mahlzeit. Doch Beamte der Amerikanischen Militärregierung (AMG) verlangten von den GIs, daß sie die Deutschen daran erinnern sollten, daß sie Amerika für die Ernährung Dankbarkeit schuldeten.[24]

Beweise dafür, daß die deutsche Hungersnot beabsichtigt ist

Senator Homer E. Capehart von Indiana, sagte am 5. Februar 1946 in einer Rede vor dem Senat der Vereinigten Staaten folgendes (Auszug):

Die Tatsache kann nicht länger unterdrückt werden, nämlich, die Tatsache, daß es die beabsichtigte und weiterhin verfolgte Politik einer geheimen und verschwörerischen Clique innerhalb der die Politik bestimmenden Kreise dieser Regierung ist, eine Nation zu hängen und zu vierteilen, die jetzt einem fürchterlichen Elend ausgesetzt ist.

In diesem Prozeß verhält sich diese Clique wie ein Rudel Hyänen, das sich um die blutigen Eingeweide einer Leiche streitet und, erfüllt von einem sadistischen und fanatischen Haß, entschlossen ist, die deutsche Nation und das deutsche Volk, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen, zu vernichten.

In Potsdam zeichneten die Repräsentanten der Vereinigten Staaten, des Vereinigten Königreiches und die Union der Sowjetischen Sozialistischen Republiken feierlich folgende Deklaration von Prinzipien und Absichten:

"Es ist nicht die Absicht der Alliierten, das deutsche Volk zu vernichten oder zu versklaven."

Herr Präsident, der zynische und brutale Verstoß gegen diese feierlichen Erklärungen, der eine große Katastrophe zur Folge hatte, kann nicht mit Nichtwissen oder Unfähigkeit erklärt werden. Dieser Verstoß, nicht nur gegen die Potsdamer Erklärung, sondern gegen jedes Gesetz von Gott und den Menschen, wurde mit Absicht konstruiert und mit solch böswilliger Gerissenheit und solch teuflischem Geschick, daß das amerikanische Volk selbst in einer internationalen Todesfalle gefangen ist.

Seit neun Monaten hat diese Regierung nun eine beabsichtige Politik von Massenverhungern durchgeführt, ohne irgendwelche Unterschiede zwischen Unschuldigen und Hilflosen und den Schuldigen zu machen.

Die erste Frage war und ist immer der Humanitätsgedanke. Diese boshafte Clique innerhalb dieser Regierung, die für die Politik und Praxis, die aus Zentraleuropa ein Irrenhaus gemacht haben, verantwortlich ist, hat nicht nur unsere amerikanischen Prinzipien verraten, sondern auch die GIs, die gelitten haben und gestorben sind und sie fährt fort, die amerikanischen GIs zu verraten, die ihre schmutzige Arbeit weiter fortführen müssen.

Die zweite Frage, um die es geht, ist die Wirkung, die diese Tragödie in Deutschland bereits auf die anderen europäischen Länder gehabt hat. Diejenigen, die für diese beabsichtigte Zerstörung des deutschen Staates und das verbrecherische Massenverhungern des deutschen Volkes verantwortlich sind, waren in ihrem blinden Haß so fanatisch, daß alle anderen Interessen und Bedenken dieser einen Besessenheit von Rache untergeordnet wurden. Um ihr Ziel zu erreichen, war es gleichgültig, ob die befreiten Länder in Europa litten und verhungerten. Diese Clique von Verschwörern hat sich einer Aufgabe gewidmet: "Deutschland muß zerstört werden. Was in dem Prozeß mit den anderen Ländern Europas geschieht, ist zweitrangig."

Diese Bemerkungen wurden durch entsprechende dazwischen gestreute Beweise untermauert.

Es bedarf keiner Frage, daß es einen beabsichtigten Versuch gegeben hat, der amerikanischen Öffentlichkeit diese Tatsachen fernzuhalten. Senator Eastland von Mississipi, legte in einer aufwühlenden Rede vor dem Senat der Vereinigten Staaten am 3. Dezember 1945 die chaotischen Verhältnissen in Deutschland dar und sprach von den großen Schwierigkeiten, die er hatte, Zugang zu dem offiziellen Bericht über die Verhältnisse im Reich zu bekommen, der von Calvin Hoover erstellt worden war. Er sagte, daß das Außenministerium es zunächst abgelehnt habe, ihm eine Kopie des Berichtes auszuhändigen, daß er aber durch die Vermittlung eines hohen Beamten in dem Ministerium eine solche erhalten habe, jedoch nur unter der Voraussetzung und mit dem Versprechen meinerseits, daß die darin enthaltenen Informationen den Menschen in diesem Lande zur Kenntnis gebracht würden." Senator Eastland fuhr fort:

Es scheint eine Verschwörung des Schweigens zu geben, das wahre Bild über die Verhältnisse in Europa vor unserem Volk zu verbergen, die Tatsachen bezüglich der Verhältnisse auf dem Kontinent und Informationen im Hinblick auf unsere Politik den Deutschen gegenüber geheimzuhalten.....Werden die wirklichen Tatsachen verschwiegen, weil unsere Politik so grausam ist, daß das amerikanische Volk sie nicht billigen würde?

Was haben wir zu verbergen, Herr Präsident? Warum sollen diese Tatsachen dem Volk der Vereinigten Staaten ferngehalten werden? Es kann unmöglich irgendeinen triftigen Grund für Geheimhaltung geben. Folgen wir einer Politik unversöhnlichen Hasses, einer Politik, die vom amerikanischen Volk als ganzes, wenn es die wahren Verhältnisse kennen würde, nicht gebilligt würde?

Herr Präsident, ich würde nicht ehrlich sein, wenn ich nicht klar sagen würde, daß das Bild viel schlimmer, viel verworrener ist, als das amerikanische Volk vermutet und daß ich keine Stelle kenne, die in der Lage wäre, einen kompletten Tatsachenbericht über die wahre Situation zu erstellen, in die unsere Politik das amerikanische Volk gebracht hat. Die Wahrheit ist, daß die Nationen von Zentral-, Süd- und Osteuropa in einer Flut von Anarchie und Chaos dahintreiben.[25]

Victor Gollancz, der einflußreiche britische Verleger und Verfasser von Druckschriften, erklärt das Aushungern in seinem Buch Sie dem Schicksal überlassen - die Ethik des Verhungerns (Leaving Them to Their Fate - the Ethics of Starvation), indem er umfangreiche Beweise anführt, mit diesen Worten:

Die einfache Tatsache ist, daß, wenn in England der Frühling in der Luft liegt, wir die Menschen in Deutschland verhungern lassen; und wir lassen sie nicht absichtlich verhungern, sondern weil wir ihren Tod unserer eigenen Unbequemlichkeit vorziehen.

Andere, uns eingeschlossen, behalten oder bekommen Bequemlichkeiten, während die Deutschen nicht einmal die nackten Notwendigkeiten zum Leben haben. Wenn es eine Wahl gibt zwischen Unbequemlichkeit für den einen und Leiden für die Deutschen, müssen die Deutschen leiden; zwischen Leiden für den einen und Tod für die Deutschen, müssen die Deutschen sterben.

Er beschreibt die reichliche Ernährung der Briten und die gelagerten Nahrungsmittel, während die Deutschen verhungern, und sagt:

Nahrungsmittellager und Nahrungsmittel in diesem Land, die dem Minister für Ernährung unterstehen und von diesem kontrolliert werden - ohne das, was auf Bauernhöfen oder bei Großhändlern und Herstellern gelagert wird -, wurde im letzten März auf nicht weniger als insgesamt 4.000.000 Tonnen geschätzt.

Er weist die These, daß wir die Deutschen verhungern lassen sollten, weil sie uns hätten verhungern lassen, wenn sie gewonnen hätten, mit der Begründung zurück, daß diejenigen, die wie Nazis argumentieren, nicht besser als Nazis seien. Er hätte hinzufügen können, daß das verhungern lassen von Kindern eines feindlichen Landes bedeutet, daß man feindliche Kinder hat. Eine führende Tageszeitung ist der Ansicht, daß Mr. Gollancz versäumt hat, den ganzen Umfang der Niedertracht aufzuzeigen:

Im Gegenteil, sie [die Hungersnot] ist das Ergebnis von Weitblick. Sie wurde in Jalta von Roosevelt, Stalin und Churchill geplant, und das Programm wurde später mit all seiner Brutalität von Truman, Attlee und Stalin bestätigt.....Die Absicht, das deutsche Volk verhungern zu lassen, wird mit einer Unbarmherzigkeit durchgeführt, die seit der Eroberung der Mongolen in der westlichen Welt unbekannt war.[26]

Während Deutschland verhungerte, gab es reichliche Nahrungsmittellager, die Deutschland sogar noch näher lagen, als die in England. Im Herbst 1945 erschienen auf derselben Seite einer Zeitung zwei Artikel unter folgenden Überschriften:

WESTDEUTSCHE STEHEN EINEM HARTEN KAMPF GEGEN DIE HUNGERSNOT GEGENÜBER.

KOMMT UND HOLT ES EUCH;

SAGT DÄNEMARK ZU DEN HUNGERNDEN MENSCHEN

Der Artikel unter dem zweiten lautet:

Die erschöpfte dänische landwirtschaftliche Industrie erhöhte Schweine erfolgreich auf fast zwei Millionen, 60% der Vorkriegslagerung, und vergangene Woche wurden 45.000 Rinder zum Schlachten freigegeben, von denen 32.000 zurückgewiesen werden mußten, weil die Schlachthäuser bis zum Fassungsvermögen ausgelastet sind und keine Möglichkeit für Versand besteht.

Dänemark lenkte vergeblich die Aufmerksamkeit Britanniens, der Vereinigten Staaten und der UNRRA auf die Tatsachen und machte gleichzeitig Vorschläge, jedoch kam bisher keine Antwort darauf.

Die riesigen Lagereinrichtungen in Norddeutschland werden nicht genutzt, und Gefrierschiffe liegen untätig in norddeutschen Häfen. Zur gleichen Zeit müssen Schlachthäuser lebende Rinder an die Bauern zurückgeben, und als Ergebnis des Versagens des Verteilungsmechanismusses, benötigen nun diese Rinder Futter, das anderenfalls dazu gedient hätte, die Produktion weiterhin zu erhöhen.

Dänemark würde es willkommen heißen, wenn die öffentliche Meinung die Versandzentralen, UNRRA und andere in Frage kommende Agenturen veranlassen würde, Schwierigkeiten zu überwinden und erforderliche Versandmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, um "Europas zum Bersten volle Speisekammer" zu leeren.[27]

Einen Monat zuvor hatte ein Bericht der Associated Press von Kopenhagen die gleiche Geschichte erzählt:

Während das übrige Europa hungrig nach Fleisch ist, hat Dänemark 3.000 bis 4.000 Tonnen Rindfleisch zuviel, das nicht exportiert werden kann, weil keine Versandmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Hoegsbro Holm, ständiger Sekretär des landwirtschaftlichen Rates von Dänemark, sagte heute, daß während der letzten sechs Wochen die Bauern bis zu 16.000 Rinder reif fürs Schlachten hatten, Dänemark jedoch nur in der Lage war, 10.000 zu verwenden und zu exportieren. Holm sagte, "Wir haben seit wenigstens zwei Monaten versucht, Transportmöglichkeiten zu bekommen, aber bisher hat sich niemand bereit erklärt, das Fleisch zu nehmen."[28]

Ein anderer Bericht, von Robert Conway von den New York News, vom 22. März aus Rom, unter der Überschrift: "Feststellungen über 'Knappheiten' in Europa sind übertrieben" sagt folgendes:

Im Zusammenhang mit der Ankunft des früheren Präsidenten Hoover in seiner Ernährungsmission, ist es angebracht und wichtig, daß die amerikanische Öffentlichkeit die einfachen Tatsachen hinsichtlich des schrecklich übertriebenen Geredes über Knappheiten in Europa erfährt.

England hungert nicht, wenn auch die Nahrung knapp ist. Frankreich ist besser dran als England, und Italien ist besser dran als Frankreich. Die Reichen und die Gauner in London, Paris und Rom essen üppig, und die armen Italiener haben Rationen, die der Ernährung des Jahres 1937 auf der Höhe von Mussolinis Wohlstandsära entsprechen.

England ist das einzige der drei Länder, das einen ehrlichen und ernsthaften Versuch unternimmt, Nahrungsmittel und Bekleidung zu rationieren und die Preise zu kontrollieren. Frankreich macht es besser als Italien, aber der Schwarze Markt in Paris blüht für alle Waren. Als Folge der Geringschätzung der Mehrheit der Nation gegenüber der Ignoranz seitens der alliierten - hauptsächlich amerikanischen - Offiziere bezüglich Sprache, Bräuche und des traditionellen Systems von Tauschhandel und Betteln, nutzt Italien alles in einem phantastischen Schwarzen Markt aus.

Darüber hinaus beteiligen sich einige Offiziere unverhohlen an den verschiedenen Gaunereien.

Ich fand, daß es möglich war, in London, Canterbury und anderen englischen Städten gut und billig zu essen. Ich fand eine ähnliche Situation in Paris und Umgebung. Dann kam ich nach Italien, das wirklich ein Land des Überflusses ist, wenn auch in allen drei Ländern Schwarzmarktrestaurants Steaks, Eier, Früchte und andere Delikatessen zu Preisen anboten, die denen in Restaurants in New York glichen.

Die Aufgabe, die Wahrheit über die Ernährungs- und Wirtschaftssituation herauszufinden, ist schwierig, und wenn nicht besseres und erfahreneres Personal für den Zweck zur Verfügung gestellt wird, als das, was hier in der alliierten Verwaltung zu sehen ist, wird Mr. Hoover ein verzerrtes und unzulängliches Bild erhalten.[29]

Daß die allgemeine europäische Hungersnot, für die von Washington Reklame gemacht wird, zum größten Teil deutsch ist, wie von Senator Butler von Nebraska nach einem Trip durch 33 Länder berichtet wurde, wird angedeutet durch die Tatsache, daß die UNRRA dazu benutzt worden ist, "Regierungen zu finanzieren und nicht die Hungrigen zu füttern." Die UNRRA hat diese Regierungen, zumeist Satelliten der Sowjetunion, unterstützt, indem sie diese mit Gütern im Wert von Milliarden von Dollar versorgt hat, welche von diesen wiederum an diejenigen mit Geld verkauft wurden und dadurch anstelle von Steuern ansehnliche Einkünfte einbrachten.[30] In Deutschland, wo Hunger und Armut weitverbreitet sind, hat die UNRRA die ganz besondere Anweisung, für nichts und niemanden als zum Nutzen von "Displaced Persons" zu arbeiten, und dann auch nur, indem sie Forderungen an die verhungernden Deutschen stellt.[31] Im August 1946 prangerte Cyril Osborn, M.P., die sogenannte Hilfsagentur der Vereinten Nationen als "das größte Schwindelunternehmen in Europa" an.

Noch etwas anderes, keinem zentralen Roten Kreuz wurde erlaubt, in dem geschlagenen Reich zu fungieren. Und es ist nun eine Sache der Geschichte, daß die Regierung in Washington sich während fast eines Jahres allen Bemühungen von privater Seite, den Deutschen Erleichterung zu bringen, heftig widersetzte und nur ein erbärmliches Tröpfeln erlaubte, als sie es schließlich auf das dringende Ersuchen von Beamten der Amerikanischen Militärregierung (AMG) hin erlaubte. Sie setzte eine Grenze von 2.000 Tonnen monatlich und Pakete auf 11 Pfund und 72 Inches Umfang, mit Versandkosten von 14 Cents per Pfund fest.

Senator Albert W. Hawkes von New Jersey richtete einen starken Appell an den Präsidenten und gab der Dringlichkeit privater Hilfspakete zur Vermeidung von Massenverhungern des deutschen Volkes Ausdruck. In seiner Antwort vom 21. Dezember 1945 bekundete Präsident Truman, daß "es in Deutschland noch keine Möglichkeit gebe, einzelne Pakete zuzustellen," weil "das Postsystem und die Kommunikations- und Transportsysteme vollkommen zusammengebrochen seien." Er sagte dann:

Unsere Bemühungen haben sich hauptsächlich auf die konzentriert, die mit uns gekämpft haben und nicht gegen uns - Norweger, Belgier, Holländer, Griechen, Polen, Franzosen. Irgendwann werden wir dann den Feindländern Aufmerksamkeit schenken.

Wenn wir auch nicht den Wunsch haben, die Deutschen übermäßig grausam zu behandeln, habe ich aber auch kein großes Mitgefühl für die, die neben all der Zerstörung und dem Kriegstod, den Tod so vieler Menschen durch Verhungern, Krankheiten und glatten Mord verursacht haben. Vielleicht kann schließlich eine anständige Regierung in Deutschland eingesetzt werden, damit Deutschland seinen Platz in der Familie der Nationen wieder einnehmen kann. Ich denke, daß bis dahin von niemandem verlangt werden sollte, für Deutschlands Unglück zu zahlen als Deutschland selbst.

Bis das Unglück derjenigen, die Deutschland unterdrückt und gequält hat, nicht ausgelöscht ist, scheint es nicht recht zu sein, unsere Bemühungen Deutschland zuzuwenden. Ich gebe zu, daß es in Deutschland natürlich viele unschuldige Leute gibt, die wenig mit dem Naziterror zu tun hatten. Die Belastung der Verwaltung mit dem Versuch, diese Menschen zu finden und sie anders als alle übrigen zu behandeln, ist etwas, das fast unüberwindlich ist. (Betonung hinzugefügt)[32]

Dieser Brief macht vollkommen klar, daß wir bewußt gegen "die Deutschen" diskriminieren, daß Mr. Truman beabsichtigte, in seiner Behandlung zumindest ein wenig grausam gegen sie zu sein und daß ihm die deutschen Kinder und die Qualen, die sie zu erleiden hatten, nicht im geringsten zum Bewußtsein kamen, obwohl sie bestimmt "wenig mit dem Naziterror zu tun hatten" und sicherlich genauso leicht hätten gefunden werden können, wie die Nazis und Kriegsverbrecher. Es ist in der Tat schwierig einzusehen, wie diejenigen, die für unsere Politik verantwortlich sind, einer Verurteilung nach den folgenden Prinzipien entgehen können, die von General Eisenhower niedergelegt wurden:

Wenn meine Untergebenen und ich auch glauben, daß für die Kriegsverbrecher eine strenge Verurteilung durch ordentliche rechtliche Verfahren durchgeführt werden sollte, würden wir aber niemals inhumane oder unamerikanische Praktiken den Hilflosen gegenüber gutheißen, die eines der Verbrechen sind, deretwegen diese Kriegsverbrecher sich jetzt vor einem Gericht verantworten müssen.[33]

Michael Foote, M.P., der diese Frage diskutierte, erinnerte das House of Commons daran, daß es ein Gesetz gibt, das älter ist als jedes andere, das in Potsdam oder unsererseits zum Schutz der Opfer verkündet wurde:

Aber für den, der einem dieser Kleinen, die mir vertrauen, Unrecht tut, wäre es besser, wenn er einen Mühlstein um den Hals gehängt bekäme und in die Tiefe des Meeres versenkt würde.[34]

Später wurde bekannt, daß zumindest die russische Ablehnung im Kontrollrat für unsere Unfähigkeit verantwortlich war, private Hilfspakete nach Deutschland zu senden. Vier Senatoren, die vom Weißen Haus mit ihrem Ersuchen, der Post die Erlaubnis für den Versand von Hilfspaketen nach Deutschland zu geben, zurückgewiesen wurden, erfuhren, daß die Erlaubnis dafür von der Zustimmung aller vier Besatzungsmächte abhing und daß die Sowjetunion dagegen gestimmt hatte. Die vier gaben diese Information in einer Erklärung, in der ein Abschnitt wie folgt lautet:

Die Menschen in Amerika sollen ein für allemal wissen, daß sie, als Ergebnis der offiziellen Politik dieser Regierung, ungewollt zu Mittätern an dem Verbrechen des Massenverhungerns gemacht wurden. Wie lange müssen wir akzeptieren, daß Mr. Stalin dem amerikanischen Volk die Möglichkeit vorenthält, seiner eingeborenen Humanität und seinen Wünschen entsprechend zu handeln?[35]

General McNarney bezog sich indirekt auf die russische inhumane Böswilligkeit in einem Schreiben an Senator Wiley vom 14. Februar 1946. Er erklärte:

Bürgern der Vereinigten Staaten ist es noch nicht erlaubt, einzelne Geschenksendungen an deutsche Staatsbürger zu schicken, weil die Einrichtung eines internationalen Postdienstes zwar in Bearbeitung, jedoch noch nicht in Kraft ist.

Wenn erst einmal ein solches Übereinkommen getroffen wurde, kann die Zustellung innerhalb der US-Zone ganz gut durch den Paketdienst erledigt werden, der nun innerhalb Deutschlands wiederhergestellt worden ist. (Betonung hinzugefügt)[36]

Mit anderen Worten, die Schwierigkeit war mehr eine Frage des Übereinkommens als des Fehlens von Einrichtungen.

In engem Zusammenhang mit Rußlands inhumaner Haltung, die, wie wir sehen werden, als Teil eines größeren Programms einem bestimmten Zweck diente, grüßte die "liberale" Presse alle Bemühungen, die Tatsachen über die deutsche Erschöpfung zu veröffentlichen und das Leiden der deutschen Menschen zu erleichtern, mit Schweigen oder mit Spott. Eleanor Roosevelt, Senator Connelly und der verstorbene Sidney Hillman, unterstützt von Personen bei der AMG (Alliierte Militärregierung), behaupteten nach einem Besuch Deutschlands, keine Beweise von Verhungern oder Leiden über das hinaus, was sie als annehmbar betrachteten, gesehen zu haben. Die Neue Republik drückte ihr Entsetzen über die Möglichkeit aus, daß Senator Wherry, der sich für eine Überprüfung der Konditionen in Europa durch den Senat eingesetzt hatte, einflußreicher werden könnte. Mit den eigenen Worten der Neuen Republik war dies sein Verbrechen: "Seine gegenwärtigen Bemühungen richten sich darauf, mehr Nahrungsmittel für Deutschland und Österreich zu bekommen."

Bei der Kommentierung über die Haltung der Neuen Republik und den bekannten Liberalismus des PMs, sagte William Henry Chamberlain in seinem ausgezeichneten Artikel "Die Krise des Liberalismus", der in die Akten des Kongresses aufgenommen wurde, folgendes:

So, in den Augen des liberalen Magazins wird es ein Verbrechen zu versuchen, das, was im günstigsten Falle als akute Unterernährung und im schwerwiegenderen Falle als Verhungern zu bezeichnen ist, abzuwenden. Was den PM mit seinem lauthals verkündeten Code humanitärer Ethik betrifft, ist die Haltung bezüglich der Hilfe für Zentraleuropa eine tägliche Zurschaustellung von umgekehrtem Nazismus, eines eindeutig sadistischen Wunsches, den Deutschen, ungeachtet ihrer Verantwortlichkeit für Naziverbrechen, größtmögliche Leiden zuzufügen.[37]

Die "Liberalen" haben jedoch einigen Hilfstätigkeiten gefrönt. Hier ist ein Fall, über den von dem Korrespondenten Philip Warden berichtet wurde:

Washington, D.C., 6. Juni (1946) - Das Nahrungsmittel Nothilfekommitee, das von Henry A. Wallace, Mrs. Eleanor Roosevelt und Herbert Lehmann geleitet wird, sammelte an Bargeld $ 323.000 und hatte an Verwaltungskosten geschätzte $ 300.000, wie der Vorsitzende Wallace dem Komitee für kleinere Unternehmen des Senats heute berichtete.

Wallace führte unter den "geschätzten Bargelderfordernissen" für die zweimonatige Kampagne, die voraussichtlich am 1. Juli beendet sein wird, $ 75.000 für Gehälter, $ 45.000 für Reise- und Unterhaltskosten, $ 115.000 für Veröffentlichungen, Materialien und Schreibwaren, $ 28.000 für Kommunikation und $ 20.000 für staatliche und hauptstädtische organisatorische Ausgaben an.[38]

Anmerkungen

[1]Congressional Record, 20. Dez. 1945, S. A-6130
[2]Über Funk an New York Times und Chicago Tribune, Frankfurt/M., Deutschland, 13. April 1946
[3]The Chicago Sun, 7. Juni 1946, S. 29
[4]Hal Foust, 6. Aug. 1946, Chicago Tribune Press Service
[5]George Theim, Chicago Daily News Farm Editor, Chicago Daily News, 4. Nov. 1943
[6]Chicago Daily Tribune, 10. Okt. 1945
[7]Wie Nr. 6
[8]Chicago Tribune Press Service, Washington, 26. April 1946
[9]Chicago Daily News, 12. April 1946
[10]Congressional Record, 29. Jan. 1946, S. 533
[11]Associated Press, Washington, D.C., 19. April 1946
[12]Congressional Record, 29. März 1946, SS. 2858-9
[13]Congressional Record, 20. März 1946, S. 2865
[14]Jack Bell, Wiesbaden, Deutschland, 10. Mai 1946, Chicago Daily News Foeign Service
[15]American Economist, Febr. 1946, S. 6
[16]Congressional Record, 4. Dez. 1945, S. 11562
[17]Congressional Record, 4. Dez. 1945, S. 11553
[18]United Press, Berlin, 8. Febr. 1946, The Chicago Daily News
[19]Hal Foust, Berlin, 20. Febr. 1946, Chicago Tribune Press Service
[20]United Press, Hamburg, Germany, 22. März 1946
[21]Congressional Record, 4. Dez. 1945, S. 11561
[22]Berichtet von Griffing Barcroft, Washington, 22. Nov. 1945, Chicago Sun Washington Büro
[23]John Thompson, Berlin, 13. April 1946, Chicago Tribune Press Service
[24]Associated Press, Berlin, 22. Juni 1946
[25]Congressional Record, 4. Dez. 1945, S. 11552
[26]Chicago Daily Tribune, 8. Mai 1946
[27]Einar Christiansen, Chicago Tribune Press Service, Copenhagen, Dänemark, 19. Okt. 1945, Chicago Daily Tribune, 20. Okt. 1945
[28]Associated Press, Copenhagen, Dänemark, 16. Sept. 1946
[29]Robert Conway, Rom, 22. März 1946, über Funk an New York News
[30]Chicago Tribune Press Service, Washington, D.C., 5. Aug. 1946
[31]Edd Johnson, Frankfurt/M., Deutschland, The Chicago Sun, 19. Nov. 1945
[32]Congressional Record, 29. Jan. 1946, SS. 530-1
[33]" " 29. Jan. 1946, S. 537
[34]" " 4. Dez. 1945, S. 11557
[35]Chicago Daily Tribune, Washington, D.C., 8. Jan. 1946
[36]William Moore, Washington, D.C., Chicago Tribune Press Service
[37]Congressional Record, 20. Mai 1946, S. 2953
[38]Philip Warden, Washington, D.C., 6. Juni 1946, Chicago Tribune Press Service

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