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Kapitel 20 - A

Das Schicksal der in die Ostgebiete deportierten Juden

 

  • Die Erkenntnisse des Demographieprofessors Eugene M. Kulischer (1943)

Da die Anglo-Amerikaner in allen von Deutschland kontrollierten Ländern über ein dichtes Netz von Informanten verfügten, konnten ihnen die ab Ende 1941 erfolgten Massendeportationen von Juden unmöglich entgehen. Wussten sie auch über das Schicksal der Deportierten Bescheid?
            Die Frage ist ganz eindeutig mit Ja zu beantworten. Einen schlagenden Beweis hierfür liefert ein 1943 erschienenes Buch des kanadischen Demographieprofessors Eugene M. Kulischer mit dem Titel The Displacement of Population in Europe (“Die Bevölkerungsverschiebungen in Europa”). Bei der Erstellung seiner Studie stützte sich Kulischer auf Informationen, die er von zahlreichen Organisationen erhalten hatte, vom American Jewish Joint Distribution Committee bis zum American Jewish Committee, vom French Information Centre bis zum Polish Information Centre. Uns interessiert hier lediglich das Kapitel “The Expulsion and Deportation of Jews” (“Die Vertreibung und Deportation von Juden”) .
Wie gut Kulischer über diese Deportationen unterrichtet war, beweist seine Statistik der aus verschiedenen Ländern ausgesiedelten Juden. Vergleichen wir seine Ziffern mit denen des – ebenfalls 1943 erschienenen und im Westen damals natürlich unbekannten – Korherr-Berichts!

            Gebiet

         Anzahl der deportierten Juden

 

    nach Kulischer

   nach Korherr

Altreich

         120.000

        100.516

Österreich

           40.000

          47.555

Slowakei

           62.000

          56.691

Böhmen und Mähren

     50.000 - 60.000

          69.677

Insgesamt

  272.000 -  282.000

        274.439

 

Was mit den aus Westeuropa deportierten Juden geschah, beschrieb Kulischer wie folgt:

“Zuerst werden sie ins Generalgouvernement geschickt. Dann wird die Stadt, in der sie sich niedergelassen haben, ‘gesäubert’. An ihrem neuen Wohnort wird ein Ghetto eingerichtet. Doch selbst das Ghetto bietet den Juden nicht die Sicherheit eines permanenten Aufenthaltsortes, und sie werden abermals weiter nach Osten abgeschoben. Gleichzeitig wirkt jedoch ein anderer Faktor, der Ende 1940 in Erscheinung trat und jetzt wachsende Bedeutung gewinnt, in entgegengesetzter Richtung – die Bedürfnisse der deutschen Kriegswirtschaft. […] Zuerst wurden die Juden für Arbeiten verwendet, die keine Qualifikation erforderten, doch später erhielten die ‘brauchbarsten’ von ihnen eine angemessene, ihren Qualifikationen entsprechende Arbeit. Juden wurden natürlich nicht wieder in jene Berufe zugelassen, von denen sie ausgeschlossen worden waren. Sie wurden als Zwangsarbeiter mobilisert, zuerst um ‘deutsche Arbeiter für dringende Bauarbeiten für das Reich freizustellen’, später jedoch auch für direkte Beschäftigung in der Rüstungsindustrie. In einer Anzahl von Fällen wurden die Juden nicht umgesiedelt, weil man sie als Arbeiter benötigte, doch in anderen Fällen wurden sie gezielt an Orte gesandt, wo sie zur Arbeit eingesetzt werden konnten. In gewissem Umfang wurde der Charakter, ja der Bestimmungsort der Deportation vom Mangel an Arbeitskräften diktiert. […] Im Verlauf des Jahres 1942 wurde Zwangsarbeit zum allgemeinen Los der Juden in Polen sowie in den von Deutschland besetzten Territorien. Der Zeitraum, für den arbeitstaugliche Juden zur Zwangsarbeit verpflichtet werden, ist nicht länger begrenzt. […] Am 20. November 1941 liess Generalgouverneur Hans Frank am Rundfunk die Nachricht verbreiten, dass die polnischen Juden letzten Endes weiter nach Osten abgeschoben würden. Seit Sommer 1942 sind die Ghettos und Arbeitslager in den von Deutschland okkupierten Ostgebieten zum Bestimmungsort für Deportierte sowohl aus Polen als auch aus West- und Mitteleuropa geworden; insbesondere wurde eine umfangreiche Überstellung aus dem Warschauer  Ghetto beobachtet. Viele der Deportierten wurden in die Arbeitslager an der russischen Front geschickt, andere zur Arbeit in den Sümpfen von Pinsk, oder in die Ghettos der Baltenstaaten, Weissrusslands und der Ukraine.”

Diese Schilderung stimmt genau mit dem Inhalt der deutschen Dokumente der Kriegszeit überein! Von einer Judenausrottung in “Vernichtungslagern”, oder von gigantischen Massenerschiessungen an der Ostfront, sprach Kulischer mit keinem einzigen Wort, obgleich die jüdischen Organisationen, von denen er einen Grossteil seiner Informationen erhalten hatte, 1942 pausenlos mit solchen Geschichten hausierten. Kulischer war offenbar intelligent genug, um zwischen Realität und Propaganda unterscheiden zu können. Und was ein Demographieprofessor in Kanada wusste, wussten auch die Regierenden in Washington und London. Nicht umsonst hat weder Roosevelt noch Churchill je das Wort “Gaskammern” in den Mund genommen. Nicht umsonst haben die Alliierten im Frühling 1944 nach dem Beginn der Judendeportationen von Ungarn nach Auschwitz die Eisenbahnlinie, auf der die Transporte verliefen, nicht bombardiert. Sie wussten Bescheid darüber, was in Auschwitz wirklich geschah – so wie sie zwei Jahre zuvor darüber Bescheid gewusst hatten, dass die Opfer der “umfangreichen Überstellung” aus dem Warschauer Ghetto nicht in Treblinka in Dampf- oder Gaskammern ermordet, sondern “in die Arbeitslager an der russischen Front, zur Arbeit in den Sümpfen von Pinsk oder in die Ghettos der Baltenstaaten, Weissrusslands und der Ukraine” geschickt wurden.

 

b)   Anmerkungen zum Schicksal der auf direktem Wege in die Ostgebiete deportierten Juden

Zwischen November 1941 und November 1942 wurden laut den Dokumenten der Reichsbahn 56.211 deutsche, österreichische und tschechische Juden in die Ostgebiete überstellt . Die betreffende Dokumentation ist unvollständig; aus einer „Anlage zu den Meldungen aus den besetzten Ostgebieten“ (Nr. 10 vom 3. Juli 1942) geht hervor, dass bis zu jenem Zeitpunkt 25.103 Juden nach Riga verbracht worden waren , deren Deportation in den Unterlagen der Reichsbahn nur unvollständig dokumentiert ist. Die Gesamtzahl der direkt in die Ostgebiete verbrachten Juden beläuft sich auf mindestens 66.210. Das Schicksal eines Teils von ihnen lässt sich nachverfolgen.
In The Hoax of the Twentieth Century geht Arthur Butz auf den Fall der deutschen Jüdin und Sozialist Jeannette Wolff ein, die 1942 nach Riga abgeschoben wurde und ihre dortigen Erlebnisse nach dem Krieg schilderte . In einem 1990 erschienenen Sammelband figurieren die Berichte von fünf deutschen Jüdinnen und zwei deutschen Juden, die 1941 oder 1942 ebenfalls nach Riga und 1944 von dort aus ins Konzentrationslager Stutthof östlich von Danzig deportiert worden waren .
            In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass von den 48.609 Juden, die zwischen dem 29. Juni und dem 27. Oktober 1944 in Stutthof eintrafen, 25.043 – also mehr als die Hälfte – aus dem Baltikum überstellt worden waren (10.458 aus dem litauischen Kaunas und 14.585 aus dem lettischen Riga). Zu ihnen gehörten Hunderte von minderjährigen Kindern, die auf den Deportationslisten als „Knabe“ oder „Mädchen“ gekennzeichnet waren. Auf den – fragmentarisch erhaltenen – Listen mit den Namen der aus Kaunas Überstellten wurden diese Bezeichnungen für Personen verwendet, die 1929 oder später geboren und somit höchstens 15 Jahre alt waren. Auf der Transportliste vom 12. Juli 1944 sind 510 der insgesamt 3.098 Namen erhalten, darunter die von 80 „Knaben“ oder „Mädchen“. Auf der annähernd vollständig erhaltenen Liste vom 19. Juli gehörten 88 von 1.095 Deportierten zu dieser Kategorie. Die Gesamtzahl der Knaben und Mädchen muss jedoch weit höher gewesen sein, da am 25. Juli 483 Knaben und 416 Mädchen aus Stutthof nach Auschwitz überstellt wurden .
Die Verschickung deutscher Juden in die Ostgebiete wird in der offiziellen „Holocaust“-Geschichtsschreibung nicht verschwiegen. Gerald Reitlinger vermeldet:

„Eine grössere Zahl von Deportierten kam nach Riga. […] Jeannette Wolff […] zählte elf Transporte, den ausserordentlich grossen eingeschlossen, in dem sie selbst am 25. Januar 1942 mit 1.350 anderen von Dortmund nach Riga geschickt wurde. […] Darauf [d.h. auf Intervention der Wehrmacht, welche die Juden als Arbeiter und Schreibkräfte schätzte] folgte im Juli und August 1942 eine Wiederaufnahme des Russlandplanes, in deren Verlauf etwa 25.000 Juden aus dem Grossdeutschen Reich nach Riga, Estland und in die Umgebung von Minsk deportiert worden sind.“

Die Beziehungen zwischen der Wehrmacht und den für sie arbeitenden deutschen Juden waren offenbar so gut, dass sich der SS-Obergruppen-führer Richard Hildebrandt, Leiter des SS-Rasse- und Siedlungshauptamtes, am 20. August 1943 zu der Forderung veranlasst sah, alle über das rein Dienstliche hinausgehenden Kontakte zwischen Wehrmachtsangehörigen und Juden sowie den Einsatz letzterer für Büroarbeiten und für private Zwecke zu verbieten .
           
Diese Fakten sind mit der offiziellen Geschichtsversion unvereinbar. Man halte sich folgendes vor Augen:

-        Die Deportationen setzten im November 1941 ein. Laut der „Holocaust“-Geschichte wurde bereits im Dezember 1941 mit Chelmno (Kulmhof) das erste „Vernichtungslager“ in Betrieb genommen. Da ein Lager nicht über Nacht entsteht, muss die Errichtung von Chelmno bereits Monate früher geplant worden sein, und falls dieses wirklich ein Vernichtungslager war, bedeutet dies zwangsläufig, dass zum damaligen Zeitpunkt bereits ein Plan zur physischen Ausrottung der Juden existierte. (Wir erinnern daran, dass Chelmno ebenso wie die später errichteten Lager Belzec, Sobibor und Treblinka ein reines Vernichtungslager gewesen sein soll, indem auch arbeitsfähige Juden bis auf eine Handvoll provisorisch verschonter „Arbeitsjuden” sofort unregistriert vergast wurden.) Warum wurden dann ab November 1941 deutsche, österreichische und tschechische Juden nicht etwas zur Vergasung nach Chelmno, sondern in die Ostgebiete gesandt?

  • Wie Reitlinger bestätigt, wurden ab Juli und August 1942 25.000 deutsche Juden nach Lettland, Estland und Weissrussland geschickt, wo man sie durchaus nicht vernichtete, sondern als Arbeiter und Schreiber einsetzte. Ab Juli 1942 waren gemäss der “Holocaust”-Literatur fünf, ab August desselben Jahres sechs “Vernichtungslager” in Betrieb. Warum wurden die betreffenden Juden an diesen fünf bzw. sechs “Vernichtungslagern” vorbei ins Baltikum oder nach Weissrussland geschickt?

 

Dermassen elementare Fragen stellen sich die offiziellen Historiker wohlweislich nie!

c)      Die Anzahl der in die Ostgebiete überstellten Juden und der Anteil nicht-polnischer Juden unter ihnen

c1)          Die Anzahl der via die Lager der „Aktion Reinhardt“  Überstellten

Ehe wir uns der Frage nach dem Schicksal der auf indirektem Wege, d. h. über Durchgangslager, in die Ostgebiete evakuierten Juden zuwenden, wollen wir versuchen, ihre ungefähre Anzahl in Erfahrung zu bringen. Dabei gehen wir davon aus, dass diese Deportierten im grossen ganzen identisch mit den laut der orthodoxen Literatur „in Vernichtungslager unregistriert Vergasten“ sind. Wir verzichten auf jeden Versuch, die Deportierten nach ihrer Nationalität zu klassifizieren, da eine solche Statistik angesichts der sehr lückenhaften Dokumentation allzu ungenau wäre, und unterscheiden lediglich zwischen zwei Kategorien: Polnische und nichtpolnische Juden.
Zunächst zu den Lagern der „Aktion Reinhardt“. Das weitaus wichtigste Dokument, auf das wir uns hier stützen können, ist der Korherr-Bericht, laut dem bis Ende 1942 1.274.166 Juden „durch die Lager im Generalgouvernement“ durchgeschleust worden waren . Hinsichtlich der Zahl der 1943 durch diese vier Lager in die Ostgebiete geschickten Juden müssen wir uns in Ermangelung einschlägiger Dokumente mit einer Schätzung begnügen. Die Voraussetzungen für die einzelnen Lager sehen wie folgt aus:

-   Majdanek: Bezüglich allfälliger Überstellungen aus Majdanek in die Ostgebiete im Jahre 1943 liegen uns keine Unterlagen vor.

-        Belzec: Dieses Lager wurde bereits im November 1942 geschlossen, so dass 1943 von dort aus keine Deportationen erfolgt sein können.

-        Sobibor: J. Schelvis spricht von 68.795 anno 1943 nach Sobibor gelangten Juden. Obwohl diese Ziffer etwas zu hoch gegriffen sein dürfte, übernehmen wir sie, um eventuelle Überstellungen aus Majdanek im Jahre 1943 zu kompensieren, und runden sie einfachheitshalber auf 69.000 auf.

-   Treblinka: In der 2003 erschienenen dritten Auflage seines Standardwerks gibt R. Hilberg die Gesamtzahl der nach Treblinka gesandten Juden mit „bis zu 800.000“ an . Wenn wir Hilbergs Höchstzahl vorsichtshalber als Arbeitshypothese akzeptieren und davon die 713.555 Deportierten abziehen, die laut dem Höfle-Funkspruch bis Ende 1942 nach Treblinka gelangten, ergibt sich für 1943 eine Zahl von maximal 86.445 oder abgerundet 86.000.

Somit lautet unsere Schätzung dahingehend, dass aus den Lagern der „Aktion Reinhardt“ im Jahre 1943 höchstens (69.000 + 86.000=) 155.000 Juden in die Ostgebiete abgeschoben wurden. Zusammen mit den 1.274.166 oder abgerundet 1.274.000 Deportierten des Jahres 1942 ergibt dies eine maximale Gesamtzahl von etwa 1.429.000.
Wie hoch war nun der Anteil der nicht-polnischen Juden an diesen Überstellten? Bezüglich der Anzahl der in die Lager der „Aktion Reinhardt“ deportierten Juden aus West- und Südeuropa finden wir in der einschlägigen Literatur nur für Sobibor und Treblinka präzise Angaben.

-        Sobibor: Laut J. Schelvis stammten von den insgesamt rund 170.165 (aufgerundet 170.200) nach Sobibor Deportierten ca. 54.500 aus Polen und ca. 13.700 aus dem Ostland . Die Anzahl der aus anderen Ländern nach Sobibor gelangten Juden muss sich, wenn Schelvis’ Ziffern stimmen, folglich auf ungefähr (170.200 – 54.500 – 13.700 =) 102.000 belaufen haben.

-   Treblinka: Gemäss der Enzyklopädie des Holocaust gelangten folgende nicht-polnische Juden nach Treblinka: 7.000 aus der Slowakei, 8.000 aus Theresienstadt, 4.000 aus Griechenland, 2.800 aus Saloniki (das aus irgendwelchen Gründen separat und nicht mit dem restlichen Griechenland behandelt wird) sowie 7.000 aus Mazedonien . Dies ergibt eine Gesamtzahl von 28.800. Da die dokumentierte Zahl aus Theresienstadt nach Treblinka gesandter Juden jedoch nicht 8.000, sondern 18.004 oder abgerundet 18.000 betrug , ist die Gesamtziffer um 10.000 auf 38.800 zu erhöhen.

-        Belzec und Majdanek: In bezug auf Belzec liest man in der Enzyklopädie des Holocaust:
         „Einige der Transporte nach Belzec brachten deutsche, österreichische und tschechoslowakische Juden, die schon vor her aus ihren Heimatländern in polnische Ghettos deportiert worden waren.“

Die betreffenden polnischen Ghettos lagen im Lubliner Distrikt. Hier sei darauf hingewiesen, dass die Gesamtzahl der in diesen Distrikt deportierten deutschen, österreichischen, tschechischen und slowakischen Juden 69.084 betrug . Laut J. Schelvis gelangten 28.284 (aufgerundet 28.300) slowakische, ca. 10.000 tschechische sowie rund 23.500 deutsche und österreichische Juden nach Sobibor , gesamthaft also 61.800. Für Treblinka vermeldete die Enzyklopädie des Holocaust wie eben erwähnt 7.000 Deportierte aus der Slowakei, so dass diesen beiden Quellen zufolge 68.800 Juden aus den erwähnten Ländern in Sobibor und Treblinka eintrafen, was annähernd der Gesamtzahl von 69.084 entspricht. Hält man sich vor Augen, dass eine gewisse Anzahl der in den Lubliner Distrikt Abgeschobenen zwangsläufig dort gestorben sein muss, bleibt kein Raum mehr für nach Belzec deportierte Juden aus den betreffenden Ländern – es sei denn, die von Schelvis und der Enzyklopädie des Holocaust für Sobibor und Treblinka genannten Ziffern seien zu hoch, und ein Teil der Deportierten kam nicht in eines dieser beiden Lager, sondern nach Belzec. Sollten deutsche, österreichische, tschechische und slowakische Juden aus Majdanek in die Ostgebiete überstellt worden sein, waren sie zuvor ebenfalls in Ghettos oder Arbeitslagern des Lubliner Distrikts interniert gewesen, und die Zahlen für Sobibor und Treblinka sind dementsprechend zu verringern.
Die ungefähre Zahl der via die Lager der „Aktion Reinhardt“ nach Osten durchgeschleusten nicht-polnischen Juden betrug also (102.000 + 38.800 =) 140.800. Dementsprechend belief sich die Anzahl der durch diese vier Lager in die Ostgebieten deportierten polnischen Juden auf maximal (1.429.000 – 140.800 =) 1.288.200.

c2)          Die Anzahl der via Chelmno Überstellten

Laut dem Korherr-Bericht wurden 145.301 Juden „durch die Lager im Warthegau“ durchgeschleust . Da es im Warthegau nur ein einziges entsprechendes Lager gab – nämlich Chelmno (Kulmhof) -, muss es sich bei der Verwendung der Mehrzahl durch Korherr um einen Flüchtigkeitsfehler handeln, der offenbar in Anlehnung an die Formulierung „durchgeschleust durch die Lager im Generalgouvernement“ erfolgt ist.
Für das Jahr 1943 werden für Chelmno keine Vergasungen behauptet, so dass die Zahl von 145.301 (abgerundet 145.300) gleichzeitig der Gesamtzahl der via Chelmno in die Ostgebiete Gelangten entspricht . Von ihnen stammten rund 11.000 aus anderen Ländern als Polen ; die Zahl der polnischen Juden unter diesen Deportierten betrug folglich ca. 132.300.

c3)          Die Anzahl der via Auschwitz Überstellten

Bei einem erheblichen Teil der nach Auschwitz gelangten und laut der „Holocaust“-Literatur dort „unregistriert vergasten“ Juden handelte es sich um ungarische. Die Deportationen aus Ungarn nach Auschwitz setzten jedoch erst im Mai 1944 ein, und ausser einer Anzahl ungarischer Jüdinnen, die ins Baltikum (und nach dessen Räumung nach Stutthof) überstellt wurden , gelangten keine Juden aus Ungarn in die damals ohnehin rasch schrumpfenden besetzten Ostgebiete. Aus diesem Grund brauchen wir Ungarn in diesem Zusammenhang nicht zu berücksichtigen.
Folgende Tabelle vermittelt Aufschluss über die aus anderen Ländern als Ungarn nach Auschwitz geschickten Juden sowie die Zahl der „unregistriert vergasten“ (d.h. nach Osten überstellten) unter ihnen :

            Herkunftsland

 Nach Auschwitz Deportierte

 ”Unregistriert Vergaste” (d.h. Überstellte)

     Frankreich

           68.921

             39.485

     Belgien

           24.906

             15.724

     Niederlande

           60.085

             38.231

     Italien

             7.422

               5.661

     Griechenland

           54.533

             41.776

     Theresienstadt

           42.454

             18.396

 Deutschland (inkl. Österreich)

           23.438

             17.165

     Jugoslawien

             8.000*

               7.342

     Norwegen

                532

                  346

     Böhmen, Mähren, Slowakei

           21.572

               9.082

     Diverse Lager

           34.000

               7.538

     Unbekannte Länder

             6.016

               4.262

     Polen

         188.000

            149.000

     Insgesamt

 

            354.008

* hypothetische Zahl

Somit wurden aus Auschwitz ungefähr 354.000 Juden in die Ostgebiete überstellt, davon rund 149.000 polnische und ca. 205.000 aus anderen Ländern als Polen.

c4)          Bilanz
Ziehen wir nun eine Bilanz bezüglich der Zahl der in die Ostgebiete deportierten Juden:

Via die Lager der “Aktion Reinhardt” deportiert: ca. 1.429.000
Via Chelmno deportiert:   ca. 145.300

Via Auschwitz deportiert: ca. 354.000

Ohne Zwischenhalt in einem Durchgangslager deportiert: ca. 66.200
Gesamtzahl der Deportierten: ca. 1.994.500.

Davon polnische Juden ca. (1.288.200 + 134.300 + 149.000) = ca. 1.571.500 und nicht-polnische Juden ca. (140.800 + 11.000 + 205.000 + 66.200) = ca. 423.000.

Von diesen Zahlen abzuziehen sind natürlich die in den Durchgangslagern (oder bereits auf dem Weg dorthin) umgekommenen Deportierten. Für Sobibor haben wir die Anzahl der während des Transport oder während des Aufenthalts im Lager verstorbenen bzw. bei den (hypothetischen, aber von uns als sehr wahrscheinlich erachteten) Euthanasieaktionen getöteten Juden auf rund 10.000 geschätzt . Da sich die Verhältnisse in Belzec und Treblinka kaum von denen in Sobibor unterschieden haben dürften, muss angesichts der weit höheren Zahl der in diese Lager Deportierten auch die Anzahl jener, die dort oder auf dem Weg dorthin den Tod fanden, entsprechend höher gewesen. Unter diesen Umständen ist die von uns errechnete Zahl von ca. 1.994.500 in die Ostgebiete Überstellten zwangsläufig zu hoch angesetzt. Wir weisen ferner darauf hin, dass wir in mehreren Fällen die in der offiziellen “Holocaust”-Literatur genannten Deportiertenziffern vorsichtshalber auch dann akzeptiert haben, wenn sie uns überhöht erschienen (vor allem im Fall der 1943 nach Treblinka Gelangten). In Anbetracht dieser Umstände dürfte die reale Zahl der in die Ostgebiete geschickten Juden um rund 100.000 unter der von uns errechneten Maximalziffer, d. h. bei höchstens 1,9 Millionen liegen.

d)      Die Auflösung des polnischen Judentums in der UdSSR

Wenden wir uns nun der Frage zu, was mit den in die Ostgebiete abgeschobenen Juden – sofern sie die harten Bedingungen der Kriegszeit überstanden hatten – 1945 und danach geschah. Zunächst zu den polnischen Juden, die eine klare Mehrheit der Deportierten ausmachten.
            In der unmittelbaren Nachkriegszeit erlaubte die UdSSR einer erheblichen Anzahl polnischer Juden die Rückkehr. Das American Jewish Year Book berichtet, bis Ende Juni 1946, als die Repatriierungsaktion abgeschlossen wurde, seien ca. 140.000 Juden aus der Sowjetunion nach Polen zurückgekehrt . Vor dem Beginn der Rückwanderung hatten laut derselben Publikation in Polen nur noch 86.000 Juden gelebt .
Letzteres mag zumindest der Grössenordnung nach stimmen. Am 19. Juli 1942 hatte Heinrich Himmler angeordnet, Personen jüdischer Herkunft dürften sich im Generalgouvernement nur noch in den „Sammellagern“ (d. h. Ghettos) Warschau, Krakau, Tschenstochau, Radom und Lublin aufhalten . Diese Ghettos wurden nach und nach aufgelöst und ihre Bewohner evakuiert. In den von Deutschland unter der Bezeichnung „Warthegau“ angegliederten westpolnischen Gebieten wurden die Juden, soweit sie nicht nach Osten abgeschoben worden waren, im Ghetto von Lodz konzentriert, das aufgrund seiner wirtschaftlichen Bedeutung erst im Sommer 1944 liquidiert wurde. Unter diesen Umständen spricht alles dafür, dass die einzigen Juden, die sich bei Kriegsende noch im ehemaligen Generalgouvernement und im ehemaligen Warthegau aufhielten, jene waren, denen es geglückt war, in der arischen Bevölkerung unterzutauchen.

Sehr stark untertrieben ist unserer Ansicht nach die im Jewish Year Book genannte Ziffer von 140.000 aus der UdSSR nach Polen zurückgekehrten Juden. 1946 hatte die „Holocaust“-Geschichte bereits klare Konturen angenommen, und es lag selbstverständlich im Interesse der Zionisten, die jüdischen Verluste so hoch wie nur möglich anzusetzen. Untermauert wird unsere Vermutung dadurch, dass es laut den anglo-amerikanischen Besatzungsbehörden in Deutschland im Februar 1946 in Polen 800.000 Juden gab, die jedoch grösstenteils auszuwandern gedachten und von denen wöchentlich bis zu 5.000 nach Deutschland strömten . Falls diese Zahl stimmt, muss die überwältigende Mehrheit dieser 800.000 Juden aus Rückkehrern aus der UdSSR bestanden haben.

Könnte es sich bei diesen Heimkehrern durchwegs oder grösstenteils um Juden gehandelt haben, die ab September 1939 aus dem von Deutschland besetzten Westen in den von der UdSSR annektierten Osten des ehemaligen polnischen Staates geflüchtet seien? Die Zahl dieser Flüchtlinge war sehr hoch; E. Kulischer, dessen Statistiken im allgemeinen recht zuverlässig sind, gab sie mit 500.000 an . Wie das American Jewish Year Book berichtete, wurden die Geflüchteten in der ersten Jahreshälfte 1940 vor die Wahl gestellt, entweder die sowjetische Staatsbürgerschaft anzunehmen oder in den deutschen Einflussbereich zurückzukehren. „Viele“ der Flüchtlinge, so das Yearbook, hätten sich für die zweite Variante entschieden, doch Deutschland habe sich kategorisch geweigert, diesen Juden die Rückkehr zu erlauben. Ende Juni 1940 habe die Sowjetregierung ihre Deportation ins Landesinnere angeordnet, wo extrem harte Bedingungen geherrscht hätten .
Dass vielen dieser Juden 1945 oder 1946 die Möglichkeit offenstand, aus Zentralasien und Sibirien nach Polen zurückzukehren, halten wir für sehr unwahrscheinlich. Ebenso unwahrscheinlich ist, dass es sich bei den Rückkehrern in nennenswertem Umfang um Juden handelte, die 1940 die sowjetische Staatsbürgerschaft angenommen hatten, denn sowjetischen Bürgern war die Auswanderung allgemein verwehrt. Folglich spricht alles dafür, dass die Heimgekehrten im allgemeinen zu den drei oder vier Jahre zuvor von den Deutschen in die Ostgebiete deportierten Juden gehörten.
Mitte 1946 wurde die Rückwanderung von Juden nach Polen von der Sowjetregierung unterbunden. Drei Jahre später geschah laut dem American Jewish Year Book folgendes:

 „Im Sommer 1949 erschienen in der jüdischen Presse ausserhalb der Sowjetunion zahlreiche Berichte über die Massendeportation von Juden aus den westlichen Grenzregionen der UdSSR, insbesondere aus Weissrussland, der Ukraine, Ostgalizien, der Bukovina und Bessarabien. Einem Bericht zufolge waren von der Deportation hauptsächlich jüdische Bürger betroffen, die Verwandte in Amerika oder Westeuropa hatten; andere Quellen behaupten, dass die ganze jüdische Bevölkerung mancher Gebiete deportiert wurde. Die Berichte schilderten, oft sehr detailliert, wie die Geheimpolizei die Juden verhaftete, in Deportationszüge setzte und an unbekannte Bestimmungsorte sandte, vermutlich nach Sibirien oder in die arktischen Regionen des europäischen Teils von Russland. In einem Bericht hiess es, 30.000 Juden seien aus Lwow (Lemberg) und anderen Städten des früheren polnischen Ostgalizien deportiert worden, und die ganze Gegend  sei jetzt judenfrei. Eine andere Meldung schilderte ähnliche Vorgänge in einer unbekannten ukrainischen Stadt. Als indirekter Beweis für die Richtigkeit dieser Berichte galt, dass polnische Juden, die mit ihren Verwandten in der Ukraine und Weissrussland im Briefwechsel standen, keine Antwort mehr bekamen und ihre Briefe mit dem Kommentar zurückerhielten: ‚Zurück an Absender. Adressat verzogen.’ […] Die Amerikanisch-Jüdische Liga gegen den Kommunismus stellte dem Generalsekretär der Vereinten Nationen ein Protestschreiben zu, in welchem sie die Anzahl der von den Deportationen betroffenen Juden auf 400.000 schätzte.“
           
Ohne jeden Zweifel befanden sich unter den Deportierten viele Juden, die einige Jahre zuvor von den Deutschen in die besetzten Ostgebiete überstellt worden waren, vor allem polnische, mit hoher Wahrscheinlichkeit jedoch auch westliche.
            Spätestens ab jenem Zeitpunkt verschwimmen die Unterschiede zwischen polnischstämmigen und sonstigen Juden in der UdSSR. Die Grenze zwischen ihnen war ohnehin niemals sonderlich scharf. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs waren sie alle Untertanen des Zarenreichs gewesen. Nach der Gründung des polnischen Staates im Jahre 1918 nutzte dieser die Schwäche des jungen Sowjetregimes, um diesem Westweissrussland und die Westukraine abzunehmen, doch zwei Jahrzehnte später kehrten diese Gebiete an Russland, das nun „Sowjetunion“ hiess, zurück. Ihre jüdischen Bewohner sprachen durchwegs eine oder mehrere von vier eng miteinander verwandten slawischen Sprachen – Russisch, Weissrussisch, Ukrainisch und Polnisch – und meist auch Jiddisch. Drei Deportationswellen hatten einen grossen Teil, wenn nicht die Mehrheit, der polnischstämmigen Juden vom Westen ins Innere oder in den Osten der UdSSR gespült: 1940 wurden die Flüchtlinge aus dem deutschen Machtbereich, welche die sowjetische Staatsbürgerschaft nicht annehmen wollten, deportiert; nach dem deutschen Einmarsch von 1941 wurde ein Grossteil der jüdischen Bevölkerung der sowjetischen Westregionen vor dem Eintreffen der deutschen Heere evakuiert ; 1949 erfolgten die im American Jewish Yearbook geschildeten Massenverschleppungen. Unter diesen Umständen konnten die 1942 und 1943 von den Deutschen in die Ostgebiete überstellten polnischen Juden unbemerkt im sowjetischen Judentum aufgehen.

            Vollkommen anders bot sich die Lage hinsichtlich der in die besetzten Ostgebiete gelangten nicht-polnischen Juden dar. Zunächst werden wir eine Reihe hieb- und stichfester Beweise dafür anführen, dass die „Ostwanderung“ dieser Juden durchaus kein „Mythos“ war, wie R. Hilberg behauptet, sondern eine historische Realität.

Eugene M. Kulischer, The Displacement of Population in Europe, International Labour Office, Montreal 1943.

Ebenda, S. 95 ff.

Nürnberger Dokument NO-5194.

Siehe Kapitel 17.

Rossiskij Gosudarstvenny Vojenny Archiv (Russisches Militärarchiv), 500-1-775, S. 233.

Arthur Butz, The Hoax of the Twentieth Century,  Theses and Dissertation Press, Chicago 2003, S. 268. Jeannette Wolffs Bericht erschien in dem von Eric E. Boehm herausgegebenen Sammelband We Survived, Yale University Press, New Haven 1949.

Hermann Kuhn, Stutthof. Ein Konzentrationslager vor den Toren Danzigs, Edition Temmen, Bremen 1990.

Jürgen Graf und Carlo Mattogno, Das Konzentrationslager Stutthof und seine Funktion in der nationalsozialistischen Judenpolitik, Castle Hill Publishers, Hastings 1999, S.4, 112-114..

Gerald Reitlinger, Die Endlösung, Colloquium Verlag, Berlin 1983, S. 100 ff.

NO-1624, resümiert nach A. Butz, The Hoax of the Twentieth Century, a.a.O., S. 267/268.

Siehe Artikel 2.

Raul Hilberg, The Destruction of the European Jews, Yale University Press, New Haven/London 2003, S. 1320.

Siehe Artikel 2.

J. Schelvis, Vernietigingskamp Sobibor, a.a.O. (siehe Artikel 6), S. 263-267.

Enzyklopädie des Holocaust, a.a.O., Band I, S. 1430.

Miroslav Karny, Konecne reseni, Akademia, Prag 1991, S. 115/116.

Enzyklopädie des Holocaust, a.a.O. Band I, S. 179/180.

Janina Kielbon, „Deportacja Zydow do dystryktu lubelskiego (1939-1945)“, in: Zeszyty Majdanka XIV, 1992, S. 61-91.

J. Schelvis, Vernietigingskamp Sobibor, a.a.O, S. 250, 255, 263.

Siehe Kapitel 8.

Für den Sommer 1944 werden für Chelmno ca. 7.000 Vergasungen behauptet. Da die betreffenden „Vergasten“ (d. h. Überstellten) jedoch nicht in die Ostgebiete gelangten, brauchen wir sie hier nicht zu berücksichtigen. Siehe Carlo Mattogno, Il campo di Chelmno tra storia e propaganda, Effepi, Genua 2009.

Faschismus – Ghetto- Massenmord, Röderberg Verlag, Frankfurt a. M. 1960, S. 285/286.

Siehe Jürgen Graf und Carlo Mattogno, Das Konzentrationslager Stutthof und seine Funktion in der nationalsozialistischen Judenpolitik, a.a.O., S. 31.

Die Tabelle wurde von Carlo Mattogno anhand seines Artikels „Franciszek Piper und die Zahl der Opfer von Auschwitz“ (Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung, Nr. 1/2003) sowie des Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939-1945 von Danuta Czech (Rowohlt, Reinbeck1989) erstellt.

Siehe Artikel 17.

American Jewish Yearbook, Nr. 49 (1947-1948), S. 381.

American Jewish Yearkbook, Nr. 48 (1946-1947), S. 336.

IMT-Document NO-5574.

Keesings Archiv der Gegenwart, 16./17. Jahrgang, Rheinisch-westfälisches Verlagskontor, Essen 1948, S. 651.

E. Kulischer, The Displacement of Population in Europe, a.a.O., Tabelle ohne Seitenangabe, „General Survey of Population Displacement in Europe since the Beginning of the War“.

American Jewish Yearbook, Nr. 43 (1941-1942), S. 241/242.

American Jewish Yearbook, Nr. 51 (1950), S. 340.

Zu diesen Deportationen siehe vor allem Walter Sanning, Die Auflösung des osteuropäischen Judentums, Grabert Verlag, Tübingen 1983.

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